Cicero – eine Einführung in seine Person

Bildquelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:M-T-Cicero.jpg By original: Gunnar Bach Pedersen; for that version: Louis le Grand (Image:Thorvaldsen Cicero.jpg) [Public domain], via Wikimedia Commons

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By original: Gunnar Bach Pedersen; for that version: Louis le Grand (Image:Thorvaldsen Cicero.jpg) [Public domain], via Wikimedia Commons

In jedem Latein-Unterricht müssen die Schülerinnen und Schüler seine Daten auswendig lernen, politische Hintergründe zu ihm kennen und seine einzigartigen Werke übersetzen. Marcus Tullius Cicero. Doch wer war eigentlich dieser Mann? Und warum spielt er sowohl für die Antike, als auch für uns heute, eine so große Rolle?

Nicht nur im Latein-Unterricht, sondern generell in der großen literarischen Hinterlassenschaft der Antike, fällt der Name Cicero immer wieder. Er lebte im letzten Jahrhundert der römischen Republik (106-43 v.Chr.). Da es generell sehr schwierig ist, Schriften aus eben dieser Zeit finden und erhalten zu können, ist es umso erstaunlicher, dass es gerade von diesem Mann bedeutend viele Schriftstücke gibt oder in anderen literarischen Werken erwähnt werden:

  • 58 Reden sind (teilweise lückenhaft) im Originaltext erhalten, etwa 100 durch Titel oder Bruchstücke bekannt. Die erste Rede hielt er mit 25 Jahren 81 v.Chr., die letzte 7 Monate vor seinem Tod. Davon sind:
    29 Gerichtsreden
    – 25 Reden für Kriminalprozesse
    – 4 Reden für Privatprozesse
    28 Staatsreden
    – 20 vor dem Senat
    – 8 vor dem Volk gehalten
  •  Insgesamt sind ca. 870 Briefe erhalten, davon 780 Briefe von Cicero selbst, der Rest an ihn. Diese Briefe wurden zum Teil zur Vereinfachung zusammen gefasst in:
    – „ad Atticum“ beinhaltet ca. 400 Briefe (16 Bücher, alle von Cicero, keiner von Atticus)
    – „ad Quintum fratrem“ (3 Bücher) beinhaltet 28 Briefe an Ciceros jüngeren Bruder
    – „ad familiares“ (16 Bücher) beinhalten 24 Briefe Ciceros an seine Gattin Terentia
    – Außerdem haben wir noch 360 Briefe an verschiedene Adressaten, welche nicht in Bücher zusammengefasst worden sind.
  • 16 philosophische Schriften wurden von Cicero verfasst, in denen er seine lateinischen Leser mit der griechischen Philosophie bekannt macht.  Dafür schuf er eine neue lateinische Terminologie. Cicero selbst lässt sich keiner philosophischen Schule eindeutig zuordnen.Hier ein paar Beispiele:
    – „De re publica“ („Über den Staat“) ist 54–51 v. Chr. entstanden und nur teilweise erhalten. In Form eines Dialoges legt er die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Staatssysteme dar.
    – „De legibus“ („Über die Gesetze) ist 50 v. Chr. Entstanden und nur zur Hälfte erhalten. Als ein Dialog zwischen Cicero selbst, seinem Bruder Quintus und seinem Freund Atticus geschrieben, stellt das Buch dar, wie die Gesetze auf dem Naturrecht beruhen.
    – „De finibus bonorum et malorum“ („Über das höchste Gut und das größte Übel“) entstand im Juni 45 v. Chr. und ist Brutus gewidmet. In drei Dialogen werden verschiedene Ansätze der griechischen Philosophie, die das Ziel und den Sinn des Lebens betreffen, dargestellt.
  • Außerdem kamen 7 rhetoriktheoretische Werke zustande.  Ciceros Prosa kennzeichnet ihn als Meister der lateinischen Sprache. Dies wird besonders in seinen rhetoriktheoretischen Werken deutlich, in denen er unter anderem die goldenen Regeln eines Redners auflistet in „De oratore“ („Über den Redner“), 55 v. Chr. entstanden, und „Orator“ („Der Redner“), entstanden im Sommer 46 v. Chr..
  • Zu Ciceros weiteren Werken zählen eine Trostschrift, Beiträge zur Geschichtsschreibung, Dichtungen (etwa über sein eigenes Konsulat) sowie Übersetzungen. Diese Arbeiten sind großenteils verloren.
  • Seine politischen Schriften liefern uns wichtige Quellen zu den politischen Unruhen, die die spätrepublikanische Zeit kennzeichneten, und lassen uns seine Positionen nachvollziehen.

Wie wir sehen können, war Cicero ein wahrer Alleskönner und in Bezug auf Form und Stilistik seiner Werke überaus vielseitig. Jetzt mag man meinen, schreiben kann jeder; auch viel – solange die Zeit dafür reicht. Also muss Cicero seine Bedeutung in der spätrömischen Literatur nicht durch die Quantität seiner Schriften bekommen haben, sondern vor allen Dingen durch die Qualität eben dieser und zugleich seinem Wirken als Redner, Staatsmann und Philosoph. Wir werden noch etwas mehr über diesen Mann in Erfahrung bringen und so etwas Licht ins Dunkel zaubern.

Quellen zum Inhalt:
http://www.gottwein.de/Lat/CicBio/Cic001a.php#%C3%9Cbersicht
http://de.wikipedia.org/wiki/Marcus_Tullius_Cicero

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