Latein ist nicht tot, sondern unsterblich! – ein Interview mit Wilfried Stroh

 

Lesenswert für all diejenigen, die immer noch die Meinung vertreten „Latein braucht kein Mensch mehr!“: Wilfried Strohs Bestsellers „Latein ist tot, es lebe Latein!: Kleine Geschichte einer großen Sprache“, erhältlich bei Amazon.

 

Am 09.03.2008 gibt Stroh ein Interview in der Frankfurter Allgemeinen und beantwortet zahlreiche Fragen von dem Interviewer Nicolas Wolz.

Unter anderem, warum man heute überhaupt noch Latein lernen sollte, wie es zu einem sogenannten „Aufwärtstrend“ der lateinischen Sprache gekommen ist und was Stroh selbst an der lingua Latina so fasziniert.

Stroh selbst ist natürlich der Auffassung, dass Latein eine Fremdsprache ist wie jede andere und daher auch mit der selben Methode unterrichtet werden sollte, nämlich oral. Daher spricht er selbst natürlich auch fließend Lateinisch. Wir sollten uns daran ein Beispiel nehmen.

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14. November 2013 – Termin vormerken!

14.11.2013 in der Stadtbücherei Spenge ab 19.30 Uhr

„In einer etwas anderen Lesung als gewohnt, stellt Michael Helm diese interessante Figur römischer Geschichte in Spenge vor. Er liest aus Ciceros Reden, aus Werken und Briefen und stellt diese in den Kontext einer aufregenden, versunkenen Zeit. Eine spannende Geschichte, spannend wiedererzählt.“

günstiger Eintritt für informative Lesung

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Ciceros vs. Caesar – ein Kampf Ciceros um die libera rei publicae

Büsten von Cicero und Cäsar

Bildquelle, genehmigt durch: NZZ / Christoph Ruckstuhl
Link zum Original: http://www.nzz.ch/aktuell/startseite/diskussion-um-lateinobligatorium-an-der-universitaet-zuerich-1.703631#

Um das Verhältnis zwischen Cicero und Caesar verstehen zu können, muss voraus gesagt werden, dass es zu deren Lebzeiten in Rom zwei politische Glaubensrichtungen gab.
Die eine Seite glaubte an die Macht des Einzelnen, unterstützt durch das Militär, vertreten von den Optimaten- sie glaubte an die Diktatur. Eben diese Seite wurde von dem Schriftsteller und Philosophen Cäsar angepriesen.
Die andere Seite, vertreten von den Popularen, stand für die  „res publica“ ein, stehend für Freiheit, Gesetz und Recht, unterstützt von Roms Philosophen, Denkern und Rhetorikern – so also auch von dem Feldherrn Cicero.

Dies führte zu einem unverweigerlichen Krieg zwischen „dem Mann mit dem Schwert gegen den Mann des Wortes“!

Dass beide Personen, Cicero und Caesar, unterschiedlicher nicht sein konnten, darauf möchte ich hier nur kurz eingehen. Cicero war sechs Jahre älter als Caesar. Seine Familie verfügte zwar über reichlich Geld, war allerdings kaum einflussreich. Dennoch kämpfte Cicero sich jede einzelne Stufe des cursus honorum immer weiter nach oben und bekleidete innerhalb von 12/13 Jahren die Ämter vom Quästor bis hin zum Konsuln. Somit erreichte Cicero – trotz homo novus, trotz dass er ein Unbekannter war, der nicht aus der Nobilität stammte, und somit keinerlei Anspruch auf diesen reibungslosen Ämterweg besaß – alle Ämter suo anno, das heißt in dem dafür vorgeschriebenen Mindestalter. Cicero nahm aktiv am politischen Leben teil, setzte sich für die Ziele und Zwecke der Popularen ein, war hoch intelligent, ein Freigeist, der in allen Philosophien zuhause war und bekannt als der größte Redner Roms, tituliert als pater patriae, Vater des Vaterlandes.

Auch Caesar hatte sich in der Redekunst ausgebildet, teilweise bei denselben Lehrern wie Cicero. Auch Caesar war die Karriereleiter stetig nach oben gestiegen, auch wenn für ihn als Mitglied einer Familie der Nobilität das Erlangen der Ämter suo anno geradezu vorgeschrieben war. Doch um das politische Schicksal Roms in die von ihm vorgesehene Richtung zu lenken, nämlich als Alleinherrscher über das Volk Roms zu regieren, benutzte er andere Mittel als Cicero: großes Geld und damit verbundene militärische Macht. Caesar war skrupellos, blutgierig, ein überaus erfolgreicher imperator, ein Feldherr, der vor nichts zurück schreckte.

Cicero und Caesar begegneten sich das erste Mal bei der sogenannten „Catilinarischen Verschwörung“.

Um es kurz zusammen zu fassen: Catilina war ein Staatsverbrecher und Feind der Republik, der einen Staatsstreich plante, um an die Macht Roms zu gelangen. Unterstützt wurde er hierbei durch die finanziellen Mittel des Crassus und dem politischen Geschick von Caesar. Im Jahre 63 vor Christus versuchte Catilina ein letztes Mal, auf legalem Wege die Macht Roms für sich zu gewinnen und bewarb sich für das Amt des Konsuls, mit Cicero als Gegenkandidaten. Obwohl Cicero beim Adel nicht sehr beliebt war, schien er ihnen wohl das geringere Übel zu sein im Vergleich zu Catilina. Und so wurde schließlich Cicero in das höchste Staatsamt gewählt, und nicht Catilina.

Dieser, durch seine Niederlage gelenkt, baute nun seinen Plan, auf illegalem Wege, an die Macht zu gelangen, weiter aus. Doch Cicero bekam von dem Staatsstreich Wind und erstattete dem Senat umgehend Bericht darüber. Caesar selbst zeigte Catilina in letzter Sekunde an, um sich von dessen Machenschaften zu distanzieren und so seinen eigenen Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Denn die meisten Mitverschwörer wurden gefangen genommen und vor Gericht gezogen. Dort setzte Cicero seine Redekunst tatkräftig ein, um eine Verurteilung herbei zu führen. Caesar hielt dagegen und es kam zu einem Rededuell der beiden, bei dem Caesar verlor und die Mitverschwörer allesamt hingerichtet wurden.

Der Gegenschlag gelang Caesar, als es ihm gelang, zusammen mit Crassus und Pompeius ein Triumvirat zu gründen im Jahre 60 vor Christus. Hierbei sorgte Crassus für das nötige Kleingeld, Pompeius verkörperte die militärische Macht und Caesar zog die politischen Fäden, wurde 59 vor Christus zum Konsul gewählt.

Caesar versuchte nun, Cicero auf seine Seite zu schlagen: Es wurden Briefe ausgetauscht, Schmeicheleien zugeworfen und eine Freundschaft vorgegaukelt. Doch als Cicero in einem Prozess gegen Clodius, einem überzeugten Popularen und Freund von Caesar, als Zeuge aussagte, war es auch mit der vorgetäuschten Freundschaft vorbei und der Hass Caesars gegenüber Cicero schürte sich. Und als es Clodius trotz allen Widerstandes Ciceros es schaffte, ein hohes Staatsamt zu bekleiden, wurde von ihm ein Gesetz verabschiedet. In diesem Gesetz wurde Cicero beschuldigt, zu vorschnell gehandelt zu haben nach der Catilinarischen Verschwörung, womit die Aussage getroffen wurde, die Hinrichtungen der Mitverschwörer seien nicht rechtens gewesen. Cicero musste daraufhin fliehen und ging im Jahre 58 vor Christus ins Exil. Sein Zuhause wurde zerstört, sein Vermögen eingezogen, seine zurückgebliebene Familie tyrannisiert.

Während Ciceros Zeit im Exil terrorisierte Clodius die Bevölkerung Roms und ihm wurde wenig später Einhalt geboten. Cicero durfte ein Jahr nach seiner Verbannung wieder „nach Hause“ zurückkehren und zog in Italien ein, wie ein Feldherr, der eine Schlacht siegreich beendet hatte.

Inzwischen planten die drei Triumviren – Caesar, Pompeius und Crassus – einen weiteren Schlag: Auch Crassus und Pompeius wurden nun zu Konsuln ernannt, was den drei Männern eine unglaubliche Machtposition bescherte. Gleichzeitig begann Caesar, Cicero immer mehr unter Druck zu setzen, bis dieser klein beigab, seine eigene Moral verriet und sich sogar öffentlich für Caesars Interessen aussprach. Denn er fürchtete um sein Leben.

Schließlich zog Cicero sich komplett aus dem politischen Geschehen zurück und widmete sich ausschließlich der Schriftstellerei und verwaltete vorbildlich von 51 vor Christus an eine Provinz in Kleinasien. Doch sein Herz schlug für Rom und er kehrte ein Jahr später wieder, ohne zu wissen, was ihn dort erwartet.

Denn inzwischen war Caesar allein, und um seine Würde zu wahren, zum Staatsstreich geschritten. Trotz des Verbots, gegen den Willen des Senats Militär nach Italien zu bringen, überquerte er am 10. Januar 49 v. Chr. mit der etwa 5.000 Mann starken dreizehnten Legion den Grenzfluss Rubikon und marschierte in Rom ein. Kurz darauf folgte der blutrünstigste Bürgerkrieg, den das Land je zuvor gesehen hatte.

Mit allen Mitteln versuchte Caesar nun, Cicero auf seine Seite zu ziehen. Mit Pompeius hatte Caesar sich verstritten. Da aber Cicero wusste, dass seine Interessen niemals mit denen Caesars übereinstimmen würden, und dass Caesar quasi das Symbol war für all das, was er so sehr hasste und verabscheute, blieb ihm nichts anderes übrig, als sich mit Pompeius zusammen zu schließen. Doch dieser war Caesars imperatorischen Fähigkeiten weit unterlegen und wurde schließlich gejagt, bis er auf seiner Flucht ermordet wurde. Cicero wurde „großzügig von Caesar genehmigt“, nach Rom zurückzukehren. Die Ironie möge an dieser Stelle noch einmal betont werden.

Cicero wurde des Kampfes müde und wagte es kaum noch, sein Wort gegen Caesar zu erheben, obwohl er mittlerweile abgrundtiefen Hass ihm gegenüber verspürte und gegenüber der Tatsache, dass die so ersehnte freiheitliche Republik mit Füßen getreten wurde. Dennoch verfasste Cicero einen Nachruf für den verstorbenen Caesar-Gegner Marcus Marcellus im Jahre 46 vor Christus mit dem Titel „Pro Marcello“, die vor dem Senat gehalten wurde und sich an Caesar als Diktator richtete, damit dieser die libera res publica, die Freiheit des Staates, wieder herstelle. Caesar schäumte vor Wut, ließ Cicero jedoch am Leben und ernannte sich selbst zum dictator perpetuus, Diktator auf Lebenszeit.

Doch dieses Verhalten wurde nicht allzu lange geduldet und so geschah es „in den Iden des März“, genauer gesagt am 15. März, 44 vor Christus, dass ein Attentat auf Caesar dessen Ermordung zur Folge hatte. Bis heute wird gerätselt, ob Cicero zumindest eingeweiht war in das Attentat oder nicht. Überliefert ist jedenfalls, dass Brutus, Anführer der Verschwörung gegen Caesar, als er seinen Dolch in Caesars Blut tauchte und in die Höhe streckte, Ciceros Namen als Siegesruf über die Diktatur ausrief.

Doch auch nach seinem Tod nahm die Idee der Diktatur kein Ende. Caesars Testament ließ Antonius sein Erbe antreten und vermachte ihm Alleinherrschaft über Rom. Dieser wollte Ciceros Kopf rollen sehen, da er ihn für den wahren Mörder Caesars hielt und seit der Verurteilung der Catilinarischen Mitverschwörer gegen Cicero eine persönliche Abneigung hegte. Denn sein Vater aus zweiter Ehe, Lentulus Sura, wurde ebenfalls in dem Gerichtsprozess nach der Catilinarischen Verschwörung auf Befehl des damaligen Konsul Cicero verhaftet und hingerichtet. Auch ein Widerspruch Caesars half ihm damals nicht. Zudem habe Cicero den Leichnam von Lentulus Sura laut Antonius nicht einmal ausliefern wollen.

Cicero kämpfte nun also gegen Antonius und startete einen letzten Versuch, die libera res republica zu retten. Er verfasste in den Jahren 44 und 43 vor Christus die unglaublichen Philippicae orationes, die Philippischen Reden. Diese Reden waren eine direkte Attacke auf Antonius und stellten ihn als Bedrohung dar für die römische Republik.

Antonius marschierte daraufhin in die Provinz Gallia citerior, Oberitalien, ein, was ihm einen deutlichen Machtzuwachs gab. Cicero versuchte, mit Octavians Unterstützung, Antonius in die Knie zu zwingen. Doch dies gelang ihm nicht. Denn Antonius gründete das zweite Triumvirat zusammen mit Octavian und einem gewissen Lepidus und schmiedete den Plan, das gesamte römische Reich unter die drei aufzuteilen. Das Problem dabei war allerdings die Finanzierung. Denn ohne Geld wird man keinen Soldaten dazu bewegen können, für sich zu sterben. Also wurde die sogenannte Proskriptionsliste erstellt. Auf dieser Liste standen die Namen aller reichen Männer Italiens, die nun öffentlich bekannt gemacht und gejagt wurden, um an ihre Gelder zu gelangen.

Auch Cicero landete, durch den Hass Antonius getrieben, auf dieser Liste und wurde am 7. Dezember 43 vor Christus ermordet und sein Leichnam öffentlich zur Schau gestellt. Im Gegensatz zu Caesar, dem Symbol der Diktatur, der den Fehler gemacht hatte und vergessen hatte, dass er nicht unsterblich war, wusste Cicero, der Verfächter eines freien Staates, sehr wohl um seine Sterblichkeit. Seine letzten Worte lauteten: „Non ignoravi me mortalem genuisse.“, was übersetzt so viel bedeutet wie: „Ich habe immer gewusst, dass ich sterblich bin.“

Wie ist es nun mit der libera res publica? Ist auch sie „gestorben“, ebenso wie ihr Verfächter?

Antonius wurde von Octavian besiegt. Und ja, die Idee der Freiheit, wurde beerdigt von vielen römischen Kaisern nach Caesar, Antonius und Octavian.  Das Römische Weltreich ging irgendwann unter. Cicero wurde weiterhin gelesen und seine Schriften verehrt. Zahllose Denker wurden von seinen Schriften inspiriert – von Kopernikus bis zu Erasmus. Seine Idee von der libera wurde weiter getragen und ist heute aus den großen Demokratien der Welt – sei es aus den USA, aus England, Frankreich, Japan oder Russland – nicht mehr weg zu denken. Es ist eine Idee, die stärker ist als jeder Tyrann jemals war. Eine Idee, die überlebt hat.

Quelle zum Inhalt und Tipp zum Lesen:

http://www.wirtschaftsverlag-suhl.de/maigy/docs/cicero_und_caesar.pdf

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Cicero – eine Einführung in seine Person

Bildquelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:M-T-Cicero.jpg By original: Gunnar Bach Pedersen; for that version: Louis le Grand (Image:Thorvaldsen Cicero.jpg) [Public domain], via Wikimedia Commons

Bildquelle:
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:M-T-Cicero.jpg
By original: Gunnar Bach Pedersen; for that version: Louis le Grand (Image:Thorvaldsen Cicero.jpg) [Public domain], via Wikimedia Commons

In jedem Latein-Unterricht müssen die Schülerinnen und Schüler seine Daten auswendig lernen, politische Hintergründe zu ihm kennen und seine einzigartigen Werke übersetzen. Marcus Tullius Cicero. Doch wer war eigentlich dieser Mann? Und warum spielt er sowohl für die Antike, als auch für uns heute, eine so große Rolle?

Nicht nur im Latein-Unterricht, sondern generell in der großen literarischen Hinterlassenschaft der Antike, fällt der Name Cicero immer wieder. Er lebte im letzten Jahrhundert der römischen Republik (106-43 v.Chr.). Da es generell sehr schwierig ist, Schriften aus eben dieser Zeit finden und erhalten zu können, ist es umso erstaunlicher, dass es gerade von diesem Mann bedeutend viele Schriftstücke gibt oder in anderen literarischen Werken erwähnt werden:

  • 58 Reden sind (teilweise lückenhaft) im Originaltext erhalten, etwa 100 durch Titel oder Bruchstücke bekannt. Die erste Rede hielt er mit 25 Jahren 81 v.Chr., die letzte 7 Monate vor seinem Tod. Davon sind:
    29 Gerichtsreden
    – 25 Reden für Kriminalprozesse
    – 4 Reden für Privatprozesse
    28 Staatsreden
    – 20 vor dem Senat
    – 8 vor dem Volk gehalten
  •  Insgesamt sind ca. 870 Briefe erhalten, davon 780 Briefe von Cicero selbst, der Rest an ihn. Diese Briefe wurden zum Teil zur Vereinfachung zusammen gefasst in:
    – „ad Atticum“ beinhaltet ca. 400 Briefe (16 Bücher, alle von Cicero, keiner von Atticus)
    – „ad Quintum fratrem“ (3 Bücher) beinhaltet 28 Briefe an Ciceros jüngeren Bruder
    – „ad familiares“ (16 Bücher) beinhalten 24 Briefe Ciceros an seine Gattin Terentia
    – Außerdem haben wir noch 360 Briefe an verschiedene Adressaten, welche nicht in Bücher zusammengefasst worden sind.
  • 16 philosophische Schriften wurden von Cicero verfasst, in denen er seine lateinischen Leser mit der griechischen Philosophie bekannt macht.  Dafür schuf er eine neue lateinische Terminologie. Cicero selbst lässt sich keiner philosophischen Schule eindeutig zuordnen.Hier ein paar Beispiele:
    – „De re publica“ („Über den Staat“) ist 54–51 v. Chr. entstanden und nur teilweise erhalten. In Form eines Dialoges legt er die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Staatssysteme dar.
    – „De legibus“ („Über die Gesetze) ist 50 v. Chr. Entstanden und nur zur Hälfte erhalten. Als ein Dialog zwischen Cicero selbst, seinem Bruder Quintus und seinem Freund Atticus geschrieben, stellt das Buch dar, wie die Gesetze auf dem Naturrecht beruhen.
    – „De finibus bonorum et malorum“ („Über das höchste Gut und das größte Übel“) entstand im Juni 45 v. Chr. und ist Brutus gewidmet. In drei Dialogen werden verschiedene Ansätze der griechischen Philosophie, die das Ziel und den Sinn des Lebens betreffen, dargestellt.
  • Außerdem kamen 7 rhetoriktheoretische Werke zustande.  Ciceros Prosa kennzeichnet ihn als Meister der lateinischen Sprache. Dies wird besonders in seinen rhetoriktheoretischen Werken deutlich, in denen er unter anderem die goldenen Regeln eines Redners auflistet in „De oratore“ („Über den Redner“), 55 v. Chr. entstanden, und „Orator“ („Der Redner“), entstanden im Sommer 46 v. Chr..
  • Zu Ciceros weiteren Werken zählen eine Trostschrift, Beiträge zur Geschichtsschreibung, Dichtungen (etwa über sein eigenes Konsulat) sowie Übersetzungen. Diese Arbeiten sind großenteils verloren.
  • Seine politischen Schriften liefern uns wichtige Quellen zu den politischen Unruhen, die die spätrepublikanische Zeit kennzeichneten, und lassen uns seine Positionen nachvollziehen.

Wie wir sehen können, war Cicero ein wahrer Alleskönner und in Bezug auf Form und Stilistik seiner Werke überaus vielseitig. Jetzt mag man meinen, schreiben kann jeder; auch viel – solange die Zeit dafür reicht. Also muss Cicero seine Bedeutung in der spätrömischen Literatur nicht durch die Quantität seiner Schriften bekommen haben, sondern vor allen Dingen durch die Qualität eben dieser und zugleich seinem Wirken als Redner, Staatsmann und Philosoph. Wir werden noch etwas mehr über diesen Mann in Erfahrung bringen und so etwas Licht ins Dunkel zaubern.

Quellen zum Inhalt:
http://www.gottwein.de/Lat/CicBio/Cic001a.php#%C3%9Cbersicht
http://de.wikipedia.org/wiki/Marcus_Tullius_Cicero

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